“Arglistig und feige”

Ganz leise stellt der Senat seine U-Bahn-Planungen für Steilshoop ein

Der Senat hat seine Planungen für eine U-Bahntrasse von Barmbek nach Steilshoop eingestellt. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor. „Der Senat hat die Menschen in Barmbek und Steilshoop für dumm verkaufen wollen“, empört sich der Barmbeker SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Willfried Buss. „Bausenator Gedaschko hat sich erst vor ein paar Tagen mit der angeblich bald beginnenden Sanierung des Barmbeker Bahnhofs produziert. Verheimlicht hat er dabei, dass der Großraum vom modernen Personennahverkehr abgekoppelt bleibt. Wieder einmal hat sich gezeigt: Die Menschen in Barmbek, Bramfeld und Steilshoop liegen dem Senat nicht am Herzen.“

Der Senat habe die Barmbeker, Steilshooper und Bramfelder Bürger wieder einmal getäuscht. „Mit der Ankündigung die U-Bahnlinie in die Hafencity zu bauen und von der Hafencity kommend auch Steilshoop und Bramfeld anzubinden, hat der Senat Hoffnung bei 20.000 Steilshoopern geweckt. Still und heimlich teilt er jetzt mit, dass er die U4-Trasse von der Hafencity nach Billstedt anordnet und keine Planungen für die Strecke Barmbek-Steilshoop durchführen kann. Das ist arglistig. Und das ist feige. Der Bausenator hat gerade erst Gelegenheit gehabt, den Menschen zu sagen, dass er kein Geld für sie übrig hat“, sagte SPD-Verkehrsexperte Jan Quast.

Im Juni 2004 teilte der Senat zuletzt noch mit, dass er, parallel zum Planfeststellungsverfahren für den U-Bahnanschluss der HafenCity, die Planungs- und Entwurfsarbeiten für den Streckenabschnitt von Barmbek über Steilshoop nach Bramfeld zu betreiben wolle. Nach Erlangung des Planrechtes für diesen Streckenabschnitt solle dann mit der bautechnischen Umsetzung begonnen werden. Buss sagte „Diese Ankündigung ist nun hinfällig geworden. Jetzt erklärt der Senat lapidar, dass mit der Trassenumstellung der U4 nach Billstedt dieses Versprechen nicht mehr relevant ist. Damit begräbt der Senat auch die Hoffnungen der Barmbeker und die Ideen der Stadtplaner aus Hamburg-Nord die „Fuhle“ mit einer nördlichen U-Bahnhaltestelle aufzuwerten. Der Senat verbuddelt 500Millionen Euro für zwei Haltestellen in einer kaum besiedelten Hafencity, dafür lässt er einmal mehr 100.000 Hamburger in Hamburgs Norden am ausgestreckten Arm verhungern. So sieht keine Politik für die Menschen in Hamburg aus. Glanz und Glamour für den Bürgermeister aber kein Geld für die ärmeren Stadtteile, dies kennen wir zur Genüge.“

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