Jan Quast (SPD Hamburg)

Der Senat hat kein Konzept gegen die Wohnungskrise


Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses Jan Quast: Echte Perspektive zur Belebung des Wohnungsmarktes fehlt! –

Anfang Mai hat der Senat einen lange angekündigten Wohnungsbauentwicklungsplan vorgelegt. Doch statt des erwarteten und notwendigen großen Wurfs, ist der Plan im wesentliche eine Analyse der heutigen Situation am Wohnungsmarkt ohne wirklich neue Wege aufzuzeigen, wie dem bereits spürbaren Engpass am Wohnungsmarkt künftig begegnet werden soll. Auch auf diesem wichtigen Gebiet bleibt Hamburg Bausenatorin Anja Hajduk (GAL), weit hinter den in sie gesetzten Hoffnungen zurück, befindet der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Jan Quast.

Aus Sicht der SPD-Bürgerschaftsfraktion ist der vom Senat beschlossene Wohnungsbauentwicklungsplan eine Enttäuschung. „Statt einer klaren Strategie und entschlossenen Maßnahmen findet sich in dem Papier viel heiße Luft“, sagte der SPD-Stadtentwicklungsexperte Jan Quast nach der Vorstellung des Berichts. Die im schwarz-grünen Koalitionsvertrag festgeschriebene Zielzahl von 5.000 bis 6.000 neuen Wohnungen jährlich werde zwar bekräftigt. „Wie der Senat dieses Ziel erreichen will, weiß er aber selbst nicht“, sagte Quast. Die wenigen konkret angekündigten Maßnahmen seien überwiegend bekannt und bei weitem nicht ausreichend. Zusätzliche Haushaltsmittel stelle der Senat nicht zur Verfügung.

Von den wenigen konkreten Veränderungen ist die Erhöhung der Programmzahl für öffentlich geförderte Mietwohnungen von 650 auf 1.000 die greifbarste. Diese sei allerdings bereits im Rahmen des Konjunkturpakets beschlossen worden und beziehe sich nur auf die zunächst für 2009 geplante Zahl von 650 Wohneinheiten. Gegenüber der bisherigen Programmzahl von 1.100 Wohneinheiten pro Jahr stecke hinter der neuen Zahl eine Reduzierung. Zum Vergleich: Die SPD hält eine Förderung von jährlich 2.000 Einheiten im Mietwohnungsneubau für erforderlich. Weiterlesen →

Beeinflussung des Modal Split


Im Haushaltsplan- Entwurf 2009/2010, Einzelplan 6, nennt die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt auf Seite 21 das Ziel einer „Veränderung des Modal Split zugunsten des ÖPNV, des Radverkehrs und des Zu-Fuß-Gehens“. Die Erreichung dieses Ziels setzt voraus, dass der Ist-Zustand bekannt ist. Weiterlesen →

Wohnungsbestand von SAGA GWG in Hamburg, Wegfall der Sozialbindung, Modernisierungen und Mieterhöhungen


Drs. 19/2915 Wohnungsbestand-von-SAGA-GWG (mit Antwort des Senats) PDF

Das städtische Wohnungsunternehmen SAGA GWG hat unter anderem die Förderung des sozialen Ausgleichs in den Wohnquartieren zum Ziel. Dazu gehört, angemessenen Wohnraum zu erschwinglichen Preisen für breite Bevölkerungsschichten zur Verfügung zu stellen. Eine kontinuierliche Modernisierung des Wohnungsbestands ist ebenfalls ein wichtiges Ziel von SAGA GWG. Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiekosten und für den Schutz unseres Klimas sind energetische Modernisierungen dringend notwendig. Soziales und Ökologie dürfen dabei nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Modernisierung von Wohnraum darf nicht zu derart hohen Mieten führen, dass einkommensschwache Mieterinnen und Mieter aus ihren Stadtteilen gedrängt werden. Weiterlesen →

Pendlerverkehre in der Region Hamburg – Ein- und Auspendler


In den letzten Jahren wurde ein Anstieg des Pendleranteils bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Hamburg festgestellt.
Neben den Einpendlern aus benachbarten Bundesländern arbeiten oder studieren auch viele Hamburgerinnen und Hamburger in den benachbarten Bundesländern und sind arbeitstäglich als Auspendler unterwegs. Weiterlesen →

Drachensteigen im Stadtpark verboten? (Anfrage Nr. 3)


Der Presse vom 25. März 2009 war zu entnehmen, dass das Steigenlassen von Drachen im Winterhuder Stadtpark angeblich verboten sei. In diesem Zusammenhang wird die Pressesprecherin der Polizei wie folgt zitiert:

„Unsere Beamten haben freundlich darauf hingewiesen, dass der Flughafen in der Nähe ist. Da können Drachen, die über Baumhöhe fliegen, eine Gefahr darstellen. …“ Weiterlesen →

Verkauf von SAGA- und GWG-Wohnungen (Anfrage Nr. 3)


(Schriftliche Kleine Anfrage zusammen mit dem Rahlstedter SPD-Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter)

Seit 2002 verkaufen SAGA und GWG Wohnungen aus ihrem Bestand. Per 30. September 2008 wurden 3.288 SAGA- und 1.564 GWG-Wohnungen den Mietern und, sofern die Wohnungen leer stehen, auch Dritten zum Kauf angeboten. In 1.469 Fällen wurden tatsächlich Wohnungen an Mieter verkauft, in 520 Fällen an Dritte. Unter den insgesamt 1.989 verkauften Wohnungen waren 655 Etagenwohnungen, also fast ein Drittel. 259 Etagenwohnungen wurden noch zwischen Mai und September 2008 zum Kauf angeboten (vergleiche Drs. 19/674 und 19/1388). Dabei war im Koalitionsvertrag der den Senat tragenden Parteien vom 17. April 2008 im Abschnitt zu SAGA GWG (Seite 41) vereinbart worden: „Es soll keine Einzelverkäufe in Geschosswohnanlagen geben.“ Als Erklärung hierfür führte der Senat an, die Gespräche mit den Unternehmen hierzu seien noch nicht abgeschlossen, mit dem Abschluss sei aber noch im Jahre 2008 zu rechnen. Weiterlesen →

Fußläufige Anbindung der Elbphilharmonie


Am 2. November 2007 hat der Senat nach erheblicher öffentlicher Kritik und einer Intervention des Rechnungshofs in der Sitzung des Haushaltsausschusses die Drs. 18/7198 zurückgezogen, mit der Mittel zur fußläufigen Anbindung der Elbphilharmonie unter anderem durch einen Neubau der Sandtorhafenklappbrücke eingeworben werden sollten. Weiterlesen →

Flughafen S-Bahn: Aussageverweigerung zu 10 Mio. € Mehrkosten von Seiten der CDU/GAL-Koalition

Dezember 10, 2008martinhaarsReden0


Rede von Jan Quast MdHB im Plenum der Hamburgischen Bürgerschaft am 10. Dezember 2008 (nachzulesen im Plenarprotokoll 19/17) –

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Lieber Kollege Hesse, Sie haben mit Ihrem Beitrag wieder allen Vorurteilen entsprochen, die wir von Ihnen haben. Sie bejubeln sich hier für Dinge, mit denen Sie wirklich nur am Rande zu tun hatten. Denn was Sie als Startgeschichte erzählt haben, wie es denn mit der Flughafen-S-Bahn losgegangen sei, war nur die halbe Wahrheit. Wenn es nach Ihrer Fraktion gegangen wäre, Herr Hesse, dann würden wir heute darüber reden, den Flughafen in Kaltenkirchen anzubinden, aber nicht einen Hamburger Flughafen in Fuhlsbüttel.

Insofern bin ich auch gespannt, was dazu noch vom Ersten Bürgermeister kommen wird, denn ich habe in einer Rede von Ortwin Runde von 1999 gelesen, dass von Beust damals zugesagt hat, wenn denn die S-Bahn zum Flughafen stehe, dann werde die CDU auch endlich darüber nachdenken, eine moderne Position zum Hamburger Flughafen zu entwickeln und genau daran fehlt es. Was Sie heute im Rahmen des Themas Flughafenmodernisierung vorgetragen haben, Airport-Plaza, Ausbau der Terminals, sind doch alles Dinge, die sozialdemokratische Bürgermeister angeschoben haben. Ich weiß nicht, warum Sie sich mit fremden Federn schmücken müssen. Aber so ist es manchmal mit Projekten. Ich gehe davon aus, dass sozialdemokratische Bürgermeister die nächsten Großprojekte, die wir in Hamburg haben, eröffnen werden und dummerweise auch die Rechnung für das werden zahlen müssen, was Sie uns in dieser Stadt hinterlassen haben werden.

Einen Punkt haben Sie ganz ausgelassen, Herr Hesse. Sie haben überhaupt nicht über das geredet, was die Menschen in Hamburg immer interessiert: Was kosten uns eigentlich die Großprojekte? Dazu ist kein Wort von Ihnen gefallen, denn unter CDU-Regierungsverantwortung sind die Kosten für die Flughafen-S-Bahn nach oben geschossen. Darüber haben wir letztes Jahr debattiert. Heute gibt es von Ihrer Seite kein einziges Wort mehr dazu. Es wäre ehrlich, wenn Sie über den Erfolg der Flughafen-S-Bahn reden, auch darüber reden, dass diese wesentlich teurer geworden ist als ursprünglich geplant.

Ich erwarte dazu auch ein Wort von unserer heutigen Stadtentwicklungssenatorin, Frau Hajduk, denn der letzte bekannte Preis für die Flughafen-S-Bahn liegt bei 280 Millionen Euro. Im Haushaltsplan 2009/2010 finden wir jedoch einen Preis von 290,8 Millionen Euro. Das sind noch einmal zehn Millionen Euro obendrauf, über die bisher überhaupt nicht geredet wurde. Aber dies ist nicht die einzige Baustelle, die wir im Zusammenhang mit der Flughafen-S-Bahn haben. Ein ganz anderes, wichtiges Thema, das auch mit den Kosten zu tun hat, ist die Frage der Finanzierung der Betriebskosten. Auch dort sind 1999 die Pläne im Prinzip abgesteckt worden und es wurde verabredet, wie die Finanzierung funktionieren solle. Bis heute ist es nicht gelungen – so jedenfalls der Stand von letzter Woche –, eine Vereinbarung darüber zustande zu bringen. Ich würde mich freuen, von der Senatorin zu hören, dass nun endlich diese Baustelle, die schon seit zehn Jahren hätte geschlossen werden können, von Ihnen angegangen worden ist.

Insofern ist der einzige, wirkliche Beitrag, den die CDU im Zusammenhang mit der Flughafen-S-Bahn geleistet hat, dass sie einen Antrag zur Benennung der Flughafenstation geschrieben hat. Auch das ist letztendlich nicht realisiert worden. Aber das war ungefähr das Niveau dessen, was Sie zur Realisierung der Flughafen-S-Bahn beigetragen haben.

Die SPD-Fraktion freut sich darüber, dass wir ab morgen mit der S-Bahn zum Flughafen fahren können. Wir freuen uns darüber, dass über 13 000 Menschen täglich viel bequemer als bislang zum Flughafen kommen werden. Ich finde, das ist ein Grund zum Feiern, Herr Hesse. Insofern schließe ich mich zumindest da Ihren einführenden Worten an.

[…]

[im Nachfassen:] Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Ich bin etwas enttäuscht darüber, dass sich die Stadtentwicklungssenatorin nicht zu Wort meldet, denn wir haben eben das Thema der Kosten angesprochen und auch die Diskrepanz dazu, dass wir im Haushaltsplan eine um zehn Millionen Euro höhere Summe stehen haben als die uns zuletzt vermittelten Baukosten von 280 Millionen Euro. Ich hätte schon erwartet, dass Sie bei diesem Projekt, das morgen feierlich von Ihnen eröffnet wird, Frau Hajduk, dazu Stellung beziehen, was diese wichtige und gute S-Bahn die Stadt am Ende kosten wird.

Ich hätte mir auch gewünscht, noch einiges dazu zu hören – Herr Hesse, Sie haben davon angefangen –, dass Sie es durchaus für sinnvoll halten würden, wenn wir die S-Bahn weiter in Richtung Norden und damit für die schleswig-holsteinischen Fluggäste besser anbinden würden. Was ist denn konkret in dieser Hinsicht von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt geplant? Wir haben ja von der Deutschen Bahn ein Drei-Achsen-Konzept vorgelegt bekommen, in dem unter anderem genau dies eine Rolle spielt. Es wäre doch heute an der Zeit, uns Perspektiven zu eröffnen, wie es mit der Flughafenanbindung weitergehen wird, denn es wird gerade die Bürger in Ihrem Wahlkreis und dem Wahlkreis von Herrn Eisold interessieren, was ihnen eigentlich die Verkehrsanbindung des Flughafens künftig bringen wird. Zurzeit erleben wir doch zu jeder Ferienzeit die Situation, dass Fluggäste aus Schleswig-Holstein und aus Dänemark die Stadtteile dichtparken. Insofern wäre es doch schön, wenn Sie an dieser Stelle einmal Fakten auf den Tisch legen würden und nicht immer nur Ihre Kleinanträge. Ich entsinne mich einer Diskussion, die wir vor ungefähr einem Jahr geführt haben. Da wollten Sie die Anwohner der Etzestraße zulasten des Bezirks Hamburg-Nord beglücken, die von der Verkehrssituation um den Flughafen betroffen sind und von der S-Bahn-Bausituation betroffen waren. Was ist daraus geworden? Nichts, Herr Hesse, wieder nur Luft, die Sie abgelassen haben.

Genau das ist das Problem, das wir haben: Es werden große Bauprojekte in Hamburg angeschoben, es werden große Bau- und Verkehrsprojekte zu Ende gebracht, die für viele Hamburger Vorteile bringen, aber da, wo es im Kleinen Verbesserungen geben könnte, dort sind Sie nicht in der Lage, sie umzusetzen. Da machen Sie hier großes Trara, aber in der Praxis passiert nichts. Das ist Ihre Politik.

Deckung der Betriebskosten der Flughafen-S-Bahn (Anfrage Nr. 2)


(Schriftliche Kleine Anfrage zusammen mit der SPD-Verkehrsexpertin Karin Timmermann)

Die Flughafen-S-Bahn wird am 11. Dezember 2008 den Betrieb aufnehmen. Bereits 1999 wurde der Öffentlichkeit ein von Senat und Handelskammer ausgehandeltes Finanzierungs- und Betriebskonzept vorgestellt, das zur Deckung der jährlichen Betriebskosten von damals geschätzten 13 Millionen DM folgende Vereinbarung beinhaltete: Weiterlesen →

Flächentausch im Bereich der Alster-City (Anfrage Nr. 8) / Errichtung einer Fußgängerbrücke über den Osterbekkanal (Anfrage Nr. 6)


Mit Beschlussfassung über die Drs. 16/6079 vom 22. Mai 2001 hat der Senat die Zustimmung der Bürgerschaft zu einem Grundstückstauschgeschäft erlangt, um so die „baldige Schaffung der vielfältig nutzbaren Grünanlage und der Fußwegeverbindung zwischen den dicht bebauten Wohngebieten von Barmbek-Süd und der Jarrestadt“ zu erreichen. Die Vertragspartner der Stadt (Prof. Dr. Helmut Greve und Prof. Dr.h.c. Hannelore Greve) sollten dazu der Stadt ein Grundstück überlassen, auf dem die Grünfläche entstehen soll. Die Stadt sollte im Gegenzug den Vertragspartnern zwei Grundstücke übertragen. Zum Ausgleich eines Teils des erheblichen Mehrwerts der beiden städtischen Grundstücke sollten die Vertragspartner die Grünfläche herrichten und eine Fußgängerbrücke über den Osterbekkanal errichten. Weiterlesen →