Elbphilharmonie: Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht

Von Beust hat die Stadt dem Unternehmen Hochtief ausgeliefert

„Besorgt, aber wenig überrascht“ hat SPD-Fraktionschef Michael Neumann auf Berichte über eine weitere Verzögerung beim Bau der Elbphilharmonie reagiert. „Ich fürchte, beim Thema Elbphilharmonie müssen wir uns noch auf weitere schlechte Nachrichten einstellen“, sagte Neumann. Einmal mehr habe die Kultursenatorin dabei die Aufgabe, für Fehler den Kopf hinzuhalten, die vor ihrer Amtsübernahme im Büro des Bürgermeisters gemacht worden sind, betonte Neumann.

Bürgermeister Ole von Beust (CDU) habe seinerzeit entschieden, das Projekt dem Bauunternehmen Hochtief in die Hand zu geben. „Ungewollt hat sich die Stadt damit dem Unternehmen ausgeliefert“, sagte Neumann am Donnerstag. Jetzt sehe alles so aus, als ob neben der Finanzkalkulation auch die Zeitplanung für die Realisierung der Elbphilharmonie ins Rutschen gerate. Dass bei der Kostenentwicklung das Ende der Fahnenstange erreicht sei, glaube er nicht, sagte Neumann. „Ich bin nicht einmal sicher, dass wir das Ende der Fahnenstange schon sehen.“

Der SPD-Stadtentwicklungspolitiker Jan Quast sagte, es sei auffällig, dass es bei wichtigen Infrastruktur- oder Prestigeprojekten Hamburgs regelmäßig zu enormen Kostensteigerungen kommt. Das betreffe neben der Elbphilharmonie unter anderem die U-Bahn-Verbindung in die HafenCity oder die Ortsumgehung Finkenwerder. „Ich habe den Verdacht, dass den Verantwortlichen mehr an einer schnellen Fertigstellung liegt als an einem effektiven Kosten-Controlling“, sagte Quast. Die Aussage des Bürgermeisters, Kostensteigerungen bei großen Bauvorhaben seien unvermeidlich, sei falsch, sagte Quast und verwies auf die Kooperation zwischen dem Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) und Hochtief beim Bau des neuen UKE-Klinikums. Dabei wurde die geplante Bausumme in Höhe von 188 Millionen Euro eingehalten und die errechnete Bauzeit sogar um drei Wochen unterschritten. „Es geht also auch anders als bei der Elbphilharmonie“, sagte Quast. Die SPD-Bürgerschaftsfraktion werde das Thema „Kostenexplosion bei großen Bauvorhaben in Hamburg“ weiter auf der politischen Tagesordnung halten.

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