Endlich integriertes Verkehrskonzept für Wilhelmsburg erstellen!

Kein Hamburger Stadtteil ist in ähnlicher Weise durch überregionale und regionale Verkehrstrassen zerschnitten und belastet wie Wilhelmsburg. Zu den sehr hohen Beeinträchtigungen der Elbinsel durch Lärm und Schadstoffe tragen auch der angrenzende Hafen und das geplante Kohlekraftwerk Moorburg bei. Zu den Straßenverbindungen zählen zahlreiche innerstädtische Straßen, die neben der Erschließungsfunktion Wilhelmsburgs auch Teile des Hafenverkehrs aufnehmen müssen, ebenso wie die Wilhelmsburger Reichsstraße (B 4 / B 75) und die Autobahnen A 1, A 253 und A 255. Hinzu kommen soll nun noch die Hafenquerspange. Zudem wird angestrebt die nördlichen Haupthafenrouten als Stadtstraßen weiter auszubauen.
Der Bau der Hafenquerspange soll eine Querverbindung zwischen A 1 und A 7 schaffen, um den Abfluss der Hafenverkehre zu verbessern und zudem zahlreiche innerstädtische Straßen verkehrlich zu entlasten. Bei sämtlichen Verkehrsplanungen muss jedoch sichergestellt werden, dass zusätzliche Verkehrsbelastungen der Wilhelmsburger Wohn-bevölkerung möglichst weitgehend vermieden werden. Der „Sprung über die Elbe“, der im Wesentlichen eine städtebauliche Aufwertung der Achse Veddel-Wilhelmsburg-Harburg vorsieht und vom Grundsatz her parteiübergreifend befürwortet wird, würde zudem bei einer unsensiblen Verkehrsplanung erheblich gefährdet.
Erforderlich ist deshalb ein integriertes Verkehrskonzept für Wilhelmsburg, welches alle genannten Verkehrswege und Planungen in ihrer Gesamtheit betrachtet und Lösungen aufzeigt, die die Belastung für die Bevölkerung in Wilhelmsburg und auf der Veddel möglichst gering hält. Ein lediglich „ergänzendes Verkehrskonzept für den kleinräumigen Verkehr in Wilhelmsburg“, wie es der Senat in Drs. 19/2530 für Ende 2009 in Aussicht gestellt hat, reicht deshalb nicht aus. In einem integrierten Konzept müssen auch Verkehrswege mit primär überörtlichen Funktionen mit berücksichtigt werden. Zudem ist es falsch, ein Verkehrskonzept für Wilhelmsburg erst nach einer Entscheidung über das Ob und Wie einer Hafenquerspange vorzulegen.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Senat wird aufgefordert, ein integriertes Verkehrskonzept für Wilhelmburg und die Veddel zu erarbeiten, welches den innerörtlichen Verkehr in den Stadtteilen ebenso berücksichtigt, wie das vorhandene Straßennetz sowie aktuelle Straßenplanungen (in sämtlichen untersuchten Prüfungsvarianten) mit überörtlicher Funktion. Ziel dieses lokalen Verkehrsentwicklungsplans soll es sein, bei der Umsetzung erforderlicher Verkehrs-projekte die Belastung der Wohnstadtteile zu minimieren. Die endgültige Entscheidung über die Linienführung der Hafenquerspange und die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße soll erst nach Vorlage dieses Verkehrsentwicklungsplans erfolgen.

Drs. 19/3285 Endlich integriertes Verkehrskonzept für Wilhelmsburg erstellen – Antrag – PDF

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