Keine halben Sachen und keine neuen Fehlplanungen bei der Erschließung der Elbphilharmonie

Dienstag, 25.09.2012

Keine halben Sachen und keine neuen Fehlplanungen bei der Erschließung der Elbphilharmonie:
SPD-Fraktion will nachhaltige Lösung für die Anbindung der westlichen HafenCity

Die SPD-Fraktion hat sich in ihrer gestrigen Sitzung im Grundsatz darauf verständigt, für die Anbindung der westlichen HafenCity eine tatsächlich bedarfsgerechte Lösung anzustreben. “Eine Anbindung, die sich schon sofort nach Einweihung des Konzerthauses als nicht ausreichend herausstellt und zu einem Verkehrschaos in der HafenCity führen kann, wäre nicht nachhaltig und nicht sinnvoll. Wir wollen rund um die Elbphilharmonie keine neuen Fehlplanungen – davon gibt es wahrlich genug. Deshalb sollten wir es jetzt richtig machen. Wegen der Bauzeitverzögerung bei der Elbphilharmonie haben wir dazu jetzt ein Zeitfenster, das wir nutzen sollten. Mit einer neuen Brücke und einer ordentlichen Anbindung kann ein Verkehrskonzept für diese Ecke der HafenCity erreicht werden, das langfristig trägt. In den nächsten Wochen werden wir dazu einen Antrag für den Haushaltsausschuss vorlegen, der einen Finanzierungsvorschlag enthalten soll”, so die beiden Verkehrs- und Finanzexperten der SPD-Fraktion Martina Koeppen und Jan Quast am Dienstag. Quast: “Wir wollen damit auch auf die anderen Fraktionen zugehen, denn es ist ein von vielen geäußertes Anliegen, es jetzt richtig zu machen und nicht zu kurz zu springen. Dass es hierzu heute schon positive Signale aus der CDU-Fraktion gibt, freut uns. Nachträglich noch eine Brücke dazu zu bauen, ist die definitiv teuerste Lösung.” Für die Gesamtanbindung der westlichen HafenCity von der U-Bahn Baumwall aus waren für alle Maßnahmen bislang rund 17 Mio. Euro vorgesehen, der bedarfsgerechte Brückenneubau wird aktuell mit zusätzlich rund 10 Millionen Euro kalkuliert.

Koeppen erläutert: “Ursprünglich sollte die Brücke einfach ohne Veränderung auf das neue hochwassersichere Niveau angehoben werden. Man wollte dann im laufenden Betrieb entscheiden, ob die Brücke eventuell nachträglich um eine zweite Brücke nur für Fußgänger ergänzt werden muss. Zwei Klappbrücken nebeneinander erscheinen uns aber wenig sinnvoll, im Gegensatz zu nur einer, von vornherein breiteren Brücke für alle. Niemand will, dass wir kurz nach der Eröffnung der Elbphilharmonie feststellen, dass die Brücke zu klein ist. Wir brauchen keine weiteren Negativ-Anekdoten bei der Elbphilharmonie und setzen uns daher für eine gute und pragmatische Lösung ein. Unsere Überlegungen sehen zudem vor, dass auch Private sich an der Finanzierung beteiligen können. Klar ist: Wir wollen keine halben Sachen bei der Erschließung der Elbphilharmonie.”

Ole Thorben Buschhüter, Verkehrsausschuss-Vorsitzender ergänzt: “Die Elbphilharmonie befindet sich an einer sehr exponierten Stelle im Hafen. Sie ist von allen Seiten gut sichtbar und schon heute ein Wahrzeichen der Stadt. Die Lage erschwert jedoch die Erschließung, anders als etwa an der Laeiszhalle gibt es keinen großen Vorplatz und wenig Platz für Busse und Taxis. Deshalb müssen wir an dieser Stelle für eine optimale Anbindung sorgen, damit zum Beispiel die Fußgänger von der U-Bahn-Station Baumwall gut an die Elbphilharmonie kommen, aber auch Taxen und Shuttlebusse.”

Quast abschließend: “Schon die heutigen Besucherströme machen deutlich, dass die bislang geplante Dimension der Brücke nicht ausreichen wird. Erst nach Aufnahme des Spielbetriebs nachzubessern, ist wenig sinnvoll, beeinträchtigt den Betrieb und ist voraussichtlich teurer. Wir rechnen – auch aufgrund der allgemeinen Baupreisentwicklung – mit einem zusätzlichen Investitionsvolumen für die Brücke von insgesamt rund 10 Millionen Euro.”

Die Mahatma-Gandhi-Brücke (vormals Sandtorhafen-Klappbrücke) gehört zu einem ganzen Bündel von Maßnahmen zur Erschließung der westlichen HafenCity. Hierzu gehört auch der Bau eines zusätzlichen Ausgangs an der U-Bahnstation Baumwall, die Verbreiterung von Gehwegen zwischen Baumwall und Sandtorhafen, die hochwassersichere Anhebung des Kaiserkais und den Bau des Anlegers an der Elbphilharmonie. Insgesamt würden zur Erschließung der westlichen HafenCity – einschließlich des Brückenneubaus – dann etwa 27 Millionen Euro investiert.

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