Menschliche Metropole: Geschichtswerkstätten endlich wieder sichern – lebendige Bürgerkultur fördern!

Die finanzielle Situation der Geschichtswerkstätten ist trotz der geplanten „Zustiftung“ von 1 Mio. EUR äußerst angespannt. Zwar sollen aus dem Zinsertrag Maßnahmen und Projekte finanziert werden können, die die Arbeit der lokalen Geschichtswerkstätten stützen und überregional stärker ins Bewusstsein rücken. Doch die Grundsicherung der Arbeit ist in weiten Teilen nicht mehr gewährleistet. Seit der Kürzung der Grundfinanzierung um 25 Prozent im Jahr 2004, haben die Geschichtswerkstätten nur mit enormem Improvisationstalent den Betrieb aufrecht erhalten können. Als Ergebnis der seit 2004 festgeschriebenen Kürzungen mussten viele der betroffenen Einrichtungen ihre Arbeit reduzieren, Mitarbeiter entlassen, neue Projekte zeitlich schieben und die Öffnungszeiten einschränken; ihr Fortbestehen ist strukturell nicht gesichert.
Die Stiftung Hamburger Geschichtswerkstätten kann und darf die Fehlbeträge nicht ausgleichen, da sie nur jährlich über die Kapitalerträge verfügen kann (das entspricht ca. einem Viertel der 25-prozentigen Kürzung), und satzungsgemäß die Erträge der Stiftung nur für gemeinsame neue Projekte aller Werkstätten und für Projekte der mittlerweile vier neu gegründeten Werkstätten in Horn, Veddel, Billstedt und Lurup verwendet werden dürfen.
Der von der Kulturbehörde zentral vorgehaltene Impulsfonds für Stadtteilkultur wurde im Haushaltsplanentwurf 2009/2010 um 900.000 EUR erhöht. Die Stadtteilkultur ist aber eine bezirkliche Aufgabe, daher sind die zusätzlichen Mittel den Bezirken als Rahmenzuweisung zuzuweisen.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
1. Der Titel 3720.686.81 „Förderung sozio-kultureller Stadtteilzentren, Stadtteilkulturprojekte, Geschichtswerkstätten – Rahmenzuweisung an die Bezirke“ wird für die Jahre 2009 und 2010 jeweils von 4.894.000 Euro um 400.000 Euro auf 5.294.000 Euro heraufgesetzt.
2. Es wird ein neuer Titel 3720.686.81 „- Projektmittel für die Stadtteilkultur – Rahmenzuweisung an die Bezirke“ mit einem Ansatz für die Jahre 2009 und 2010 von jeweils 500.000 Euro eingerichtet.
3. Der Titel 3720.686.28 „Impulsfonds – Projektmittel für die Stadtteilkultur“ wird im Gegenzug für die Jahre 2009 und 2010 jeweils von 1.009.000 Euro um 900.000 Euro auf 109.000 Euro abgesenkt.

Drs. 19/2373 Menschliche Metropole: Geschichtswerkstätten endlich wieder sichern – lebendige Bürgerkultur fördern! – Antrag – PDF

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