Mobil im Alter – aber sicher

Die Verkehrsunfallstatistik 2008 hat einen Anstieg der von Seniorinnen und Senioren verursachten Unfälle um 7,1 Prozent ergeben. Damit bestätigt sich ein bereits seit mehreren Jahren anhaltender Trend. So hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Menschen über 65 Jahren seit 2004 von 6.887 auf zuletzt 9.397 erhöht. Heute gibt es immer mehr ältere Menschen, die gesund und fit sind, sich aktiv am Leben beteiligen und dem klassischen Bild von „alten“ Menschen, sowohl nach Außen als auch von ihrem Selbstverständnis her überhaupt nicht mehr entsprechen. Gleichwohl können die obigen Zahlen aus der Verkehrsunfallstatistik nicht ignoriert werden, zumal auf Grund der kontinuierlich steigenden Lebenserwartung die Gruppe der über 65-jährigen Verkehrsteilnehmer immer größer werden und mithin an Bedeutung zunehmen wird.
Die Tendenz geht eindeutig dahin, dass immer mehr ältere Menschen sich auch noch im Alter hoher Mobilität erfreuen und mobil bleiben wollen. Sie erhalten sich damit ein wichtiges Maß an Lebensqualität. Ältere Verkehrsteilnehmer besitzen zudem vielfach klare Stärken, wie zum Beispiel die große Erfahrung und Regeltreue beim Verhalten im Straßenverkehr. Auf der anderen Seite haben Seniorinnen und Senioren aber häufig eine verringerte Leistungs- und Sehfähigkeit, was tendenziell mit zunehmendem Alter weiter an Bedeutung gewinnt. Den sich daraus ergebenden Problemfeldern kann nur mit gezielter Aufklärung entgegengewirkt werden, wobei interaktive Aktionen grundsätzlich zu bevorzugen sind.
Die große Anfrage der SPD-Fraktion zum Thema Verkehrssicherheit (Drs. 19/3105) hat ergeben, dass derzeit immer noch keine konkreten auf die speziellen Bedürfnisse der
älteren Menschen zugeschnittenen Konzepte entwickelt wurden, um der stetig ansteigenden Zahl der verunglückten Seniorinnen und Senioren entgegen wirken zu können. Insgesamt entsteht somit immer noch der Eindruck, dass sich die Stadt Hamburg in den letzten Jahren nicht auf die steigenden Zahlen der über 65-jährigen Verkehrsteilnehmer eingestellt und entsprechend vorbereitet hat.
Andere Bundesländer aber auch unsere europäischen Nachbarn wie beispielsweise
Österreich haben sich längst diesem Problem gestellt, und spezielle Konzepte für Seniorinnen und Senioren erarbeitet.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. zur Steigerung der Verkehrssicherheit ein Konzept zur Beratung und Schulung von Seniorinnen und Senioren zu erarbeiten, indem zunächst
a. mittels Fragebögen in allen Hamburger Senioreneinrichtungen und/oder
-verbänden das Verkehrsverhalten der älteren Menschen ermittelt wird,
b. auf den Ergebnissen basierend Problemfelder im relevanten Umfeld und im allgemeinen erfasst und mit den Betroffenen vor Ort besichtigt werden,
c. und sodann ein spezifischer Maßnahmenkatalog zur Steigerung der Verkehrssicherheit erstellt wird.
2. jährlich einen Landesseniorentag der Verkehrssicherheit durchzuführen, an dem neben der Aufklärung über die aktuellen und seniorenspezifischen Verkehrssicherheitsthemen auch praktische Hilfeleistungen, wie z.B. kostenlose Sehtests sowie ein Fahrradcheck angeboten werden.
3. der Bürgerschaft bis zum 31.12.2009 zu berichten.

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