Regionalexpress-Halt am Bahnhof Hamburg-Rahlstedt

Die derzeitige Verkehrsleistung zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Ahrensburg (Regionalbahn, hält an allen Unterwegsbahnhöfen) weist große qualitative Defizite auf und bietet nur einen geringen Anreiz, auf Bus und Bahn umzusteigen. Dies liegt vor allem daran, dass es hier außerhalb der kurzen Hauptverkehrszeiten gegenwärtig nur Verbindungen im 30-Minuten-Takt gibt, eine Taktverdichtung jedoch aufgrund der hohen Auslastung der Strecke selbst nach Aufnahme des elektrischen Betriebs (Dezember 2008) nicht möglich sein soll. So ist es nicht verwunderlich, dass die R 10-Regionalbahn an den HVV-Fahrgastzuwächsen der letzten Jahre nicht partizipiert hat (vergleiche Drucksache 18/8009). All dies hat die Bürgerschaft in der Vergangenheit mehrfach veranlasst, sich mit dem Bau einer parallelen S-Bahn-Strecke nach Bad Oldesloe zu befassen und zu fordern, diese als Option planerisch zu berücksichtigen (vergleiche Drucksachen 16/5601, 17/2237, 17/2700, 17/3183, 18/2459, 18/2407).
Der R 10-Regionalexpress Hamburg-Lübeck (regelmäßige Zwischenhalte nur in Bad Oldesloe und Reinfeld) wird ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 gemäß dem für zehn Jahre geltenden Vertrag über Schienenpersonennahverkehrsleistungen auf dieser Strecke montags bis freitags mit Ausnahme der Tagesrandlagen statt jetzt überwiegend im Stunden- dann im Halbstundentakt verkehren (Drucksache 19/1047). Jeder zweite dieser Züge soll dann, wie bislang schon die halbstündlichen Verstärkerzüge, auch am Bahnhof Ahrensburg halten. Das Leistungsangebot für Ahrensburger Fahrgäste der Linie R 10 wird damit deutlich attraktiver. Der durchgehende Halbstundentakt eröffnet jedoch auch die Möglichkeit, die Regionalexpress-Züge abwechselnd in Ahrensburg und Hamburg-Rahlstedt halten zu lassen, und damit bis zur Inbetriebnahme einer separaten S-Bahn-Strecke nach Bad Oldesloe auch Rahlstedter Fahrgästen der R 10 ein gleichermaßen attraktiveres Fahrplanangebot zu machen.
Verkehrlich, betrieblich und wirtschaftlich steht einem Regionalexpress-Halt am Bahnhof Hamburg-Rahlstedt nichts entgegen: Die bauliche Länge der Bahnsteige entspricht der Länge eines Regionalexpress-Zuges mit Lok und sieben Doppelstockwagen (205 m). Unzumutbare Fahrzeitverlängerungen sind nicht zu erwarten, da der Regionalexpress nicht zusätzlich in Hamburg-Rahlstedt hält, sondern abwechselnd in Ahrensburg und Hamburg-Rahlstedt. Etwaige Abwanderungen von Fahrgästen von den Regionalbahn- zu den Regionalexpress-Zügen könnten durch neu gewonnene Fahrgäste infolge des insgesamt attraktiveren Betriebskonzeptes kompensiert werden. Die Kosten für den Regionalexpress-Halt am Bahnhof Hamburg-Rahlstedt (laut Stationspreissystem der DB Station&Service AG 11,56 Euro pro Halt) können ohne Weiteres aus den Einsparungen Hamburgs gegenüber dem derzeitigen Verkehrsvertrag (rd. 2,4 Millionen Euro in 2010) finanziert werden.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Senat wird ersucht, durch die zuständige Behörde als Aufgabenträgerin für den Schienenpersonennahverkehr in Hamburg bei der DB Regio AG ab dem Fahrplanjahr 2010 montags bis freitags mit Ausnahme der Tagesrandlagen einen stündlichen Halt des Regionalexpress Hamburg-Lübeck am Bahnhof Hamburg-Rahlstedt zu bestellen.

Drs. 19/1590 Regionalexpress-Halt am Bahnhof Hamburg-Rahlstedt – Antrag – PDF

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