Verbesserungen beim Angebot an Park-and–Ride- Stellplätzen

Neueste Untersuchungen haben erneut ergeben, dass die 120 in Hamburg und der Metropolregion vorhandenen Park-and-Ride-Anlagen durch den stetig ansteigenden Pendlerverkehr stark, wenn nicht gar vollständig ausgelastet sind. Viele dieser Anlagen an den strategisch gut gelegenen Endpunkten von Schnellbahnlinien, wie z.B. Harburg, Bergedorf, Poppenbüttel oder Wedel sind bereits morgens ab 8 Uhr vollständig belegt. Andere Häuser hingegen, die zum Teil näher an der Hamburger Innenstadt liegen, wie die Anlage in Veddel, haben eine Auslastung von lediglich rund 50 Prozent.
Der ADAC forderte unlängst das Stellplatzangebot von derzeit 20.000 auf 30.000 Stellplätze innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erweitern. Im Klimaschutzprogramm des Senats ist hingegen lediglich eine Erweiterung des Stellplatzangebots von 200 Plätzen pro Jahr vorgesehen. Dieser minimale Zuwachs reicht bei weitem nicht aus, um die wachsenden Pendlerströme aufzunehmen und mithin ein Umsteigen auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu forcieren. Bereits heute stehen den 20.000 P+R-Stellplätzen alleine 300.000 täglich nach Hamburg einpendelnde Menschen gegenüber.
Seit Jahren ist es das Ziel aller relevanten politischen Parteien in Hamburg das ÖPNV-Angebot zu verbessern, um so die Menschen vom Auto weg und hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu bringen. Neben einer Erweiterung des Stellplatzangebots in den vorhandenen P+R-Anlagen ist es vernünftig, die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich auszunutzen. Ein Park-and-Ride-Leitsystem, das den Nutzern die verfügbaren freien Plätze in den umliegenden P+R-Häusern anzeigt, würde dazu führen, dass Nutzer alternative Anlagen anfahren, statt sich bereits bei der ersten vollbesetzten Anlage zu entscheiden, mit dem eigenen Auto in die Stadt zu fahren. Die Belastung auf den Haupteinfallstraßen könnte hierdurch erheblich verringert und mithin ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht:
1. In Hamburg an den Zufahrtstraßen zu P+R-Anlagen ein Park-and-Ride-Leitsystem einzurichten, das Auskunft über die verfügbaren freien Plätze in den nahegelegenen Park-and-Ride-Anlagen gibt.
2. Mit den Umlandgemeinden Gespräche mit dem Ziel aufzunehmen, eine Ausdehnung des Systems auf den gesamten HVV-Raum vorzunehmen.
3. Ein mittelfristig orientiertes Ausbauprogramm für Park-and-Ride-Stellplätze zu erarbeiten, in dessen Rahmen
a. Stellplatzbedarfe an S-, U- und Regionalbahnhaltestellen systematisch zu ermitteln sind,
b. Planungserfordernisse, voraussichtliche Kosten für die jeweiligen Maßnahmen, Finanzierungsmöglichkeiten und Zeitpläne dargestellt werden sowie
c. nach Absprache mit den Nachbarländern auch Möglichkeiten zur Erweiterung des P+R-Angebotes in Schleswig-Holstein und Niedersachsen entlang der Schienenverkehrsachsen nach Hamburg darzustellen sind.
4. Der Bürgerschaft bis zum 30.06.2010 über die Umsetzung und die Gespräche mit den Gemeinden der Metropolregion zu berichten.

Ihnen gefällt diese Seite? Hier können Sie diesen Inhalt weiterempfehlen: