Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße muss zu echter Entlastung des Stadtteils führen!

In der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt wird derzeit intensiv geprüft, die B 4/75 (Wilhelmsburger Reichsstraße) nach Osten zu verlagern und zukünftig parallel zur Bahnlinie verlaufen zu lassen. Hierdurch soll eine Verringerung der jetzigen Zerschneidung und entsprechend eine Belebung der Wilhelmsburger Mitte erreicht werden, wo gleichzeitig Flächen für eine Wohn- und eine Grünnutzung frei werden. Außerdem besteht die Erwartung, dass die Lärmbelastung für die Menschen in Wilhelmsburg durch eine derartige Bündelung der Lärmquellen und Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahntrasse deutlich verringert werden kann.


Vorabinformationen zufolge, soll eine von Hamburg in Auftrag gegebene Machbar-keitsstudie der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) zu dem Ergebnis kommen, dass eine Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße auf die West-seite der Bahntrasse technisch möglich ist und eine deutliche Reduktion der Lärm-belastung in der Fläche erreicht werden würde. Zudem seien die Kosten mit voraussichtlich etwa 65 Mio. Euro nur unwesentlich höher als bei den ohnehin notwendigen Ausbau- und Erhaltungsmaßnahmen auf der jetzigen Trasse, für die ca. 57 Mio. Euro angenommen werden. Die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens soll voraussichtlich 2010 erfolgen, der Baubeginn 2011.
Die Menschen in Wilhelmsburg begrüßen zwar die Perspektive eines Rückbaus der jetzigen Wilhelmsburger Reichsstraße, befürchten aber gleichzeitig eine Zunahme der Lärmbelastung an einer zukünftig kombinierten Bahn- und Fernstraßentrasse. Außerdem besteht die Gefahr, dass die städtebauliche Trennungswirkung dieser Trasse noch erhöht wird. Die Verlegung wird daher im Stadtteil nur auf Akzeptanz stoßen, wenn bei einer zukünftigen gemeinsamen Straßen-/Schienentrasse sowohl die Lärmbelastung als auch die städtebauliche Trennungswirkung deutlich reduziert wird. In diesem Zusammenhang müssen auch die aktuellen IBA-Planungen zur fußläufigen Querung der Trasse im Bereich des S-Bahnhofs Wilhelmsburg überprüft und fortentwickelt werden.

Die Bürgerschaft möge deshalb beschließen:
Der Senat wird aufgefordert sicherzustellen,
1. dass im Falle einer Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße in die vorhandene Bahntrasse die Lärmbelastung auch für die Anwohnerinnen und Anwohner entlang dieser Trasse durch entsprechende Lärmschutzmaßnahmen gegenüber der jetzigen Situation deutlich reduziert wird;
2. dass die Querungen über die kombinierte Trasse soweit ausgebaut werden, dass deren trennende Wirkung für den Stadtteil spürbar reduziert wird. Hierbei ist insbesondere im Bereich des S-Bahnhofs Wilhelmsburg eine fußläufige Verbindung mit einer Breite von mindestens 50 Metern zwischen dem Wilhelmsburger Einkaufszentrum und der Neuen Wilhelmsburger Mitte zu schaffen, die neben der reinen Brückenfunktion den Charakter eines städtebaulichen Bindegliedes hat (mit entsprechendem Grünflächenanteil etc.). Die IBA-Planungen zur Erneuerung der bestehenden Fußgängerbrücke sind insoweit anzupassen.
3. dass die Auffahrt „Wilhelmsburg“ auf die Wilhelmsburger Reichsstraße auch nach deren Verlegung nach Osten von der Neuenfelder Straße erfolgt, damit eine Verlagerung des heute dort gebündelten Verkehrs in umliegende Straßen vermieden wird.

Drs. 19/3284 Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße muss zu echter Entlastung des Stadtteils führen – Antrag – PDF

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