Zehn Schritte aus der Wohnungskrise

SPD legt Eckpunktepapier zum Wohnungsbau vor

Mit Blick auf die sich stetig verschlechternde Wohnraumversorgung in Hamburg hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion ein 10-Punkte-Programm “Schritte aus der Wohnungskrise” vorgelegt.

In ihm fordert die SPD unter anderem die Bereitstellung städtischer Flächen für rund 2000 Wohnungen, eine “Bauoffensive” der städtischen Wohnungsbauunternehmen und eine “maßvolle Verdichtung bebauter Flächen”. Bei der Eigentumsförderung will die SPD einen klaren Schwerpunkt zugunsten von Familien mit Kindern setzen.

“Wohnungsbaupolitik ist in Hamburg weder von Wachstum noch von Weitsicht geprägt“, kritisiert der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Jan Quast die schwarz-grüne Wohnungsbaupolitik mit Blick auf das neue Leitbild des Senats. Wohnraum wird in Hamburg immer knapper. Nicht nur für Geringverdiener, sondern auch für Menschen mit Durchschnittseinkommen und Familien wird es immer schwieriger, in Hamburg angemessenen Wohnraum zu vertretbaren Preisen zu finden. Hamburg ist auf dem Weg in eine Wohnungskrise“, befürchtet der Stadtentwicklungspolitiker. Das Eckpunktepapier der SPD-Bürgerschaftsfraktion markiere deshalb “konkrete Punkte, die einen wichtigen Beitrag zur Entschärfung der aktuellen Situation liefern können”.

In dem Papier fordert die SPD unter anderem die öffentliche Förderung von mindestens 2000 Wohnungen jährlich – bisher wurden nur rund 650 gefördert. Mit Blick auf die demografische Entwicklung macht sich die SPD ferner für eine intensivere Förderung des barrierefreien Wohnens stark – durch 400 weitere geförderte Wohnungen. Zudem will die SPD-Fraktion wieder einen “Wohnungsbaubeauftragten des Senats” einsetzen. Dieser soll – mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet – Einfluss auf die Wohnungsbaupolitik des Senats nehmen und die Wohnungsbaupolitik des Senats zentral steuern.

Hamburg baut seit 2002 zu wenig Wohnungen. Während der Bedarf bei 5000 bis 8000 Wohnungen jährlich liege, würden nur rund 3700 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Zugleich wachse die Bevölkerungszahl von Hamburg seit 1990 kontinuierlich, in den letzten acht Jahren im Durchschnitt um 7500 Menschen. “Eine positive Entwicklung – aus der der Senat seit 2002 im Bereich Wohnungsbau aber nicht mehr die notwendigen Konsequenzen zieht“, so Quast.

Besonders problematisch sei die Situation im Jahr 2007 gewesen: Einem Einwohnerzuwachs von 15.000 standen lediglich 3173 fertig gestellte Neubauwohnungen gegenüber, wie der Senat auf Anfragen von Quast einräumen musste. Davon befanden sich nur 1693 in Mehrfamilienhäusern. “Da unter den fertig gestellten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern auch noch Eigentumswohnungen sind, fällt das Defizit beim dringend benötigten Mietwohnungsbau und dann wiederum im bezahlbaren Preissegment noch viel deutlicher aus. Hinzu kommt, dass man von mindestens 1000 bis 2000 Wohnungen ausgehen muss, die pro Jahr abgerissen werden oder anderweitig abgängig sind.“

Das komplette Eckpunkteprogramm können Sie hier als PDF downloaden.

Ihnen gefällt diese Seite? Hier können Sie diesen Inhalt weiterempfehlen: